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Heute: Das Multi-Kulti-Pärchen

Heute: Das Multi-Kulti-Pärchen

Die Artenvielfalt: Wodka vs. Bärwurz

Ich habe heute extra ausgiebig gefrühstückt und mein Kampfoutfit angezogen, denn heute ziehe ich in die Schlacht. Genau so fühlt es sich nämlich an, wenn man mit einer temperamentvollen Osteuropäerin ihre Hochzeit bespricht. Als es kurz nach 9 Uhr morgens klingelt, schnaufe ich noch einmal tief durch, öffne dann die Tür und trete vorsichtshalber schonmal einen Schritt zur Seite, denn wie ein Löwe, der aus dem Käfig in die Freiheit entlassen wird, wird SIE in mein Büro stürmen: das bunt gefiederte, russischstämmige Weibchen. Völlig aus der Puste hechelt der mit ihrer Schrittart komplett überforderte Dompteur, das bayerische Männchen, hinter ihr her. Offensichtlich ist er so knapp 10 Jahre älter, Typ Versorger, gutaussehend, laut ihr auch in einer Führungsposition – zumindest in der Firma – großzügig und vor allem eins: zu Recht verliebt in die bildhübsche 28-Jährige. Eine Wow-Frau auf hohen Hacken, mit tiefem Dekolleté, bunter Kriegsbemalung und vielen funkelnden Accessoires.

„Ähm, Hallo ich bin …“, versuche ich mich vorzustellen. „Tom!“, vollendet sie meinen Satz und setzt sich auf meine Couch, die ich ihr bestimmt gleich als Sitzplatz angeboten hätte. „Das weiß ich doch. Du bist Tom, ich Alona, so weit waren wir schon. Komm her, gibt viel zu bereden!“ Spricht sie ohne ihren Zukünftigen auch nur zu erwähnen und lässt einen dicken Ordner auf meinen Couchtisch fallen. „Ich will Chefbehandlung und komplettes Programm: Dich als DJ, Gesangsduo für die Kirche, Trio für Empfang und Zauberer für Kinder, klar soweit?“

Rückblickend muss ich schmunzeln. Dieses Beratungsgespräch war ein netter Vorgeschmack auf das, was mich auf dieser Hochzeit erwartete. Zu Beginn des Empfangs stand der Vater des Bräutigams neben mir in dem Saal, der dank eines LED-Lichtermeers mehr funkelte als der Times Square. „De Russen sauf ma heid unter´n Disch!“, war seine Ansage. „Weil, du woaßt ja eh, wia fui mia Bayern saufa miaßn, dass ma 3 Promille hom…nämlich 3 Dog nix!“, scherzte er und brach dabei selber vor Lachen in Tränen aus. Doch nun, kurz vor 4 Uhr morgens sind es die unter den Tisch zu trinkenden Russen, die auf dem Weg zu meinem DJ-Pult über die bayerischen Bierleichen großen Schrittes hinwegsteigen und mich fragen: „He, wo ist hier noch was los? Wir wollen tanzen gehen! Vorgeglüht ist ja schon!“ Denn während die Bayern auf der einen Seite der U-förmig aufgebauten Tafel immer ein Bier und einen Schnaps vor sich stehen hatten, tranken die Russen auf der anderen Seite nur Wodka und dazu Wasser oder Cola. So haben sich die Bayern mal wieder selbst unter den Tisch gesoffen. Aber einen Versuch war es sicher wert. Mangelnden Sportsgeist kann man uns jedenfalls nicht vorwerfen. „Mia huldigen den Bezwingern des Schnapses, da war hoid einfach z´weng Bärwurz im Wodka. Sowos hinterfotzig´s oba a!“, lallt der völlig geschaffte Bräutigamsvater.

Doch Trinkfestigkeit ist nicht die einzige Tugend, die man dem russischen Volk nachsagen kann. Sie sind auch sehr großzügig. So wurde dem Brautpaar ständig Geld zugesteckt. Grüne und lila Scheine wechselten im Akkord den Besitzer als hätten die edlen Spender Angst vor ihnen. Den Höhepunkt fand die Ankurbelung des Bruttosozialprodukts des neu gegründeten russisch-bayerischen Haushaltsstaates bei der Brautschuhversteigerung. Als ich die beiden zum Hochzeitstanz nach vorne bitten wollte, kam Alona in ihrem mit gefühlten 2,4 Millionen Strasssteinen besetzten Kleid, für dessen Anfertigung all der Tüll, der in der westlichen Welt vorrätig war, aufgekauft werden musste, zu mir, riss mir das Mikrofon aus der Hand und gab bekannt: „Kann nicht tanzen, hab ich keinen Schuh!“ Sofort war das Gegröhle groß als genau in diesem Moment drei als Zigeuner verkleidete Jungs mit dem vermissten Schuh in der Hand auf die Bühne kamen. Zum Glück konnte ich als Profi schnell reagieren und eine passende Zigeunermelodie spielen, woraufhin sich der halbe Saal zu einem Kreistanz versammelte, der wohl von Georgien bis nach Russland als wichtigster Standardtanz gilt. Nach einigen Umdrehungen, konnte dann die amerikanische Versteigerung, bei der jeweils „nur“ die Differenz zum zuvor gebotenen Betrag bezahlt werden muss, beginnen und völlig aberwitzige Summen wurden in den Saal gerufen. „23!“ „89!“ „220!“ „412!“ „777!“ „1.234“ „3.000!!!“ … An der Stelle wurde mir ein bisschen schummrig. Da brauchte auch ich ein Stamperl Wodka.


Jetzt galt es, erstmal für Partystimmung zu sorgen, indem ich Russian´s Finest, Modern Talking, anspielte. Danach Dr. Alban, Haddaway, 2 Unlimited, grundsätzlich halt das, wobei uns Westler schon in den 90ern die Frage beschäftigte: WER soll diesen Euro-Trash den hören? Gute Nachrichten: Ich habe das Rätsel gelöst. Es waren und sind die Russen! (*highfive* an mich!) Nein, ist schon gut, habe ich gerne gemacht. Und dass wir Bayern ja auch heute noch gerne mal auf eine 90s-Party gehen, wissen wir alle. Wir sprechen nur nicht öffentlich darüber.


Die Gäste sprangen jedenfalls voll drauf an und feierten like it´s 1992, wobei sie alle 15 Minuten „GORKA, GORKA!“ skandierten. Das ist auch so ein süßer russischer Brauch – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Gorka bedeutet „sauer“, um diesem Geschmack entgegenzuwirken, braucht es die Süße eines Kusses des Hochzeitspaares. Niedlich, diese Russen, wie aus deren Reihen ein Putin entspringen konnte, wird mir immer schleierhafter.
Dann ging die Geldscheintauschbörse weiter als ein Trauzeuge zu mir auf die Bühne kam und ein anderer mit einem Hut durch´s Publikum marschierte. Das kannte ich auch schon von anderen russischen Hochzeiten, krempelte vorsichtshalber schonmal die Ärmel hoch und ging in Hab-Acht-Stellung. Denn nun legten die Gäste – na, ratet mal… genau! – Geldscheine in den Hut und durften dafür anordnen, was der Trauzeuge auf der Bühne zu tun hatte. Da war vom Striptease für 3 Euro (schnell wie wir Doojays sind, konnte ich gerade noch „You can leave your hat on“ anspielen) bis zum Kuss auf die Wange der Schwiegermutter des Bräutigams für 250 Euro alles dabei. Als der Wunsch kommt, dass der Trauzeuge mit dem Brautvater für 100 Euro tanzen soll und beide locker rumhampelten, drehte ich den dazu aufgelegten Macarena wieder runter und zwang sie mit Celin Dions Smashit „My heart will go on“ zu einer Schmusenummer. Eng umschlungen erwiesen die beiden wirklich Humor. Herrlich! Das machte mir soviel Spaß, dass ich mich gerne von der Lass-es-Geld-regnen-Mentalität anstecken ließ und 50 Euro dafür spendierte, den russischen Trauzeugen auf der Bühne die bayerische Nationalhymne singen zu lassen. Eine mittlere Katastrophe war das, Tränen wurden gelacht. Der Bayer in mir hat innerlich ein bisschen geweint, also schnell weiter zum nächsten Thema, dem allgegenwärtigen Gaumenschmaus. Da war ein Buffet, das mit Spezialitäten bestückt war, die den Wert eines Kleinwagens hatten: Kaviar, Trüffelspaghetti, Steak vom (…haltet Euch fest!!…) Kobe-Rind… ES GAB KOBE-RIND!! Ja bist du deppad??!! Dazu Rosmarinkartöffelchen, glasierte Baby-Karotten, außerdem Quiches, 5 verschiedene Süppchen, undundund. Außerdem wurden ständig die feinsten Kuchen- und Tortenkreationen gereicht. Im Endeffekt gab es circa 17 Gänge und ich habe sie alle bezwungen.


Zusammenfassend kann man sagen, dass so ziemlich jede Hochzeit bei der auch nur im entferntesten ein Russe beteiligt ist, folgendermaßen aufgebaut ist: Kirche, Brautbestaunung, Essen, Wodka, Wodka, Geldregen, Essen, Essen, Wodka, Wodka, Essen, Wodka, Essen, Wodka, Kalorienüberdosis, Aus. Einen riesen Spaß macht das. Ach ja und…ein Bräutigam ist meistens schon auch ein bisschen dabei, glaube ich…nehme ich an… wobei…wenn ich so recht überlege…? Hm! Naja, jedenfalls sah Alona atemberaubend aus und hat ihre ausschweifende Traumhochzeit bekommen – mit oder ohne Bräutigam.

Steckbrief des Multi-Kulti-Pärchens:

Ankunft: Wie Schuhbeck seine Schweinemedaillons grillt: Auf den Punkt!

Lieblingskleidungsstück: Egal, Hauptsache, es ist mit Strass besetzt

Gefieder: Wisst Ihr, wie ein Pfau aussieht? Genau! Keine weiteren Fragen!

Lieblingssongs: 90s Party, Ihr kennt das!

Hochzeitsstil: Pompös und kompromisslos

Kryptonit: Understatement

Empfohlene Doojays, weil als internationales Bindeglied einsetzbar: Markus, Fabian, Basti, Marco, Florian und ich (eh klar).

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(Optional Kontaktperson für Geburtstage oder Parties)

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