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Das Bild zum DJ Blog in Bayern für Hochzeiten

Heute: Das Homo-Pärchen

Heute: Das Homo-Pärchen

Ein Lied sie zu knechten

Ich hatte jahrelang immer eine fetzen Gaudi als DJ auf den Saturgays im Scala. Nehmt es mir nicht übel, liebe Hetero-Kollegen, aber die schwule Community weiß einfach wie man feiert. Sie lieben Lieder, die nicht 17 Mal am Tag auf Antenne Bayern laufen, sondern gehen auch auf ganz neue Dinger ab. Ich konnte ihnen meine aktuellsten musikalischen Errungenschaften um die Ohren hauen, den verrücktesten Kitsch auspacken oder zur Abwechslung auch mal houselastig auflegen, sie haben die Tanzfläche jedesmal abgerissen. Auch musikalische Gags wie einfach mal eine der bekanntesten Melodien der Welt, das Kircheinzugslied „Hier kommt die Braut“, anzuspielen, sorgte immer für eine ganze Menge Lacher. Man kann also guten Gewissens behaupten, dass schwule Partypeople der Traum eines jeden DJs sind. Es gibt nur ein Lied, das auf sie ähnlich wirkt wie Montage auf Garfield…aber dazu kommen wir später.

Als sich ein schwules Pärchen bei mir meldete, habe ich mich sehr auf eine ausgelassene Party gefreut und mich schon auf Glitzerregen, bunte Federboas und vom Proseccoglas abstehende kleine Finger eingestellt – obwohl ich es eigentlich besser weiß. Denn dieses Klischee von der Homosexualität trifft meiner Erfahrung nach eher selten zu. Diejenigen, die sich für die Ehe entschieden haben, sind meist über das promiskuitive Partyludertuntenglitzerleben hinweg. Sie sind – und das mag den ein oder anderen homophoben Vollpfosten schocken – wie du und ich und wenn sie nicht im Rudel, sondern allein auf weiter Flur auftreten kaum von einem herkömmlichen Heteromännchen unterscheidbar. Und so war es auch in diesem Fall. Als Hans und Konstantin mein Büro betraten war mir eines sofort klar: Die klassische Rollenverteilung existiert in allen sexuellen Himmelsrichtungen. Hans war eher der Typ Schweinshaxen-mit-den-Fingern-Esser und Heckenschneider, Konstantin eher der Typ Crème-brûlée-Zubereiter und Maiglöckchenpflücker. Oder mit anderen Worten: Sie waren wie Fürstin Gloria und Johannes von Thurn und Taxis. So oder so, wir Regensburger kennen uns ja aus, mit den Rollenverteilungen in alternativen Reagenzglasfamilien.

Als ob er meine geheime Theorie bestätigen wollte, sprudelte Konstantin los und erzählte mir mit Warp-Geschwindigkeit von seiner Traumhochzeit. Gefeiert würde im Regensburger Storstadt werden, wo es ein Mehrgängemenü  von Sternekoch Anton Schmaus geben werde. Es würde sehr stilvoll in Weiß dekoriert werden, schlichte Eleganz war angesagt. Klischeefallen sollten tunlichst vermieden werde und da gab es auch keine Diskussion. „Ich hab immer gesagt, dass er an unserem Hochzeitstag gerne seinen Willen durchsetzen kann solange es auf der Feier nicht aussieht als wäre ein schwuler Kanarienvogel explodiert“, erklärte Hans und ließ seinen Liebsten weiter gewähren. „Pffffff. Das sagt derjenige, der noch vor 10 Jahren in einer neongelben Neoprenhotpants auf dem CSD rumgehüpft ist“, antwortete dieser. Beide mussten Tränen zurückhalten so sehr lachten sie sich über ihr vergangenes Ich kaputt. „Und jetzt heiraten wir inmitten von unseren 45 engsten, durchweg heterosexuellen Freunden und allen Familienmitgliedern und wollen am liebsten gleich eine Fußballmannschaft an Kindern adoptieren“, erklärte der sehr aufgeräumt und glücklich wirkende Hans, während er sich eine Lachträne aus dem Augenwinkel wischte. „Ja“, antwortete Konstantin. „Alle Familienmitglieder außer einem!“ „Wer lässt sich denn diese Sause entgehen?“, fragte ich – vielleicht etwas zu naiv, denn nun wurden aus den beiden lachenden sehr nachdenkliche Gesichter. „Sein Vater“, antwortet Hans. „Er liebt den Konstantin über alles, aber seine erzkonservative Erziehung erlaubt ihm nicht, einen schwulen Sohn zu akzeptieren. Wahrscheinlich würde er sogar gerne kommen, aber sein alter Sturschädel steht ihm im Weg.“ „Sei froh“, scherzte ich um die Situation wieder etwas aufzulockern. „Dann musst du geile Braut wenigstens ned mit deim Vater tanzen.“ Beide brachen über dieses wohl sehr obskure Bild wieder in Gelächter aus und schalteten wieder auf Happiness um, als Konstantin erzählte, wie sehr sich dagegen seine Mutter auf die Hochzeit freut. „Die hätte ja nie gedacht, dass sie mich alte Schlampe noch unter die Haube kriegt“, prustete er heraus. „Dabei sind wir ja nun schon seit 12 Jahren zusammen. Und genauso lange erzählt sie mir auch schon, dass ich meinen lieben Grantler nicht mehr hergeben und mich anständig aufführen soll. Mamas haben eben immer recht!“

Dann sind wir beim musikalischen Teil des Gesprächs angelangt. „Trotz aller Gediegenheit haben wir vor, ausgiebig die Froschschenkel zu schwingen“, erklärt mir Konstantin. Das freute mich natürlich, denn auf Hochzeiten gilt immer Devise: Die Gäste folgen dem Brautpaar. Und wenn das Brautpaar viel tanzt, dann ist eine volle Tanzfläche und damit eine gute Party garantiert. Doch auch Hans schien damit cool zu sein. „Freilich wird auch abgerockt. Wir sind zwar mit unseren 40 + *räusper*…4…*hüstelräusper* Jahren mittlerweile mehr die Paartänzer als die epileptisch rumzappelnden Arschwackler, aber zu einer Hochzeit gehört für uns schon eine gute Portion Ausgelassenheit. „Super“, freue ich mich. „Dann schlage ich euch eine Playlist mit Klassikern wie … , Schmusiges von … und Lady Gaga zum dancen vor. Lasst mich mal machen!“ „Klar!“, bestätigt mich Konstantin. „Wir haben dich ja ausgesucht, weil du einen Plan hast. Wir haben nur EIN musikalisches No-go. EIN Lied geht gar nicht. Wenn du DAS spielst, dann schwör ich dir, dass ich dir mit Anlauf…“ „YMCA?!“, sage ich mit einem Großmaulfroschgrinsen im Gesicht. „Oh Gott, jetz will ich DICH heiraten“, kiekst Konstantin. „Du trau da, du Hundling!“, entgegnet Hans plötzlich in tiefstem Bayerisch und schon lachen wir uns wieder kaputt.

Das war definitiv das lustigste Beratungsgespräch seit langem. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit den beiden an einem Hochzeitstag auf den ich mich besonders viel Bock habe. Denn bei den beiden spürt man, dass an dieser Liebe alles richtig ist und zusammengefunden hat, was zusammengehört. Well done, Amor, well done!

Steckbrief des Homo-Pärchens

Ankunft: glücklich und gelassen
Lieblingskleidungsstücke: stylish aber unauffällig
Gefieder: gekämmt
Lieblingssongs: alles, was emotional ist und Spaß macht
Hochzeitsstil: elegantes Understatement
Kryptonit: YMCA. „It's fun to stay at the Y.M.C.AAAHHHAAAJJJ” (bloß nicht!!)
Empfohlene Doojays, weil gutes Händchen für sowohl emotionale als auch ausgelassene Feiern vorhanden: ich denke wir alle. Und Ich - eh klar ;-)

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